Ehegattentestamente - rechtssicher

In der Regel bilden Eheleute eine Lebens- und Schicksalsgemeinschaft.

Aus diesem Grund besteht bei ihnen meistens der Wunsch ihre wirtschaftlichen und rechtlichen Angelegenheiten im Falle des Todes eines der Partner oder beider Partner gemeinsam zu regeln.

Den meisten Menschen ist dabei der Begriff des sog. „Berliner Testament“ bekannt. Ein solches gemeinschaftliches Testament ist schnell und einfach zu errichten. Hierfür genügt es, dass einer der beiden Ehegatten das Testament eigenhändig schreibt und der andere es unterschreibt. Normalerweise setzen sich die Ehegatten in einem solchen Testament wechselseitig als Alleinerben ein und verfügen, dass die gemeinsamen Kinder nach dem Tod des Letztversterbenden das Erbe antreten. Hierbei muss allerdings beachtet werden, und das ist den meisten unbekannt, dass ein solches Testament eine ganz erhebliche Bindungswirkung nach dem Tod des Erstversterbenden entwickelt. Diese Bindungswirkung tritt für alle wechselbezüglichen Verfügungen ein und bedeutet, dass der Längerlebende damit sein Recht verliert, anderweitig zu testieren (z.B. nach Wiederverheiratung, etc.). Das ist in vielen Fällen nicht gewünscht aber  nicht bedacht worden. Das führt dann, nach dem Tod des Erstversterbenden, oft zu unerwünschten Folgen im Hinblick auf erbschaftssteuerrechtliche Fragen und die Möglichkeit anderweitig zu testieren.

Solche Probleme können vermieden werden, wenn der Notar vor Errichtung des Testaments beraten hat. Wir kennen als Notar die vielfältigen erbrechtlichen Gestaltungsinstrumente und können so gemeinsam mit den Testierenden beraten und ermitteln, wie sich deren Wünsche optimal in einem Testament verwirklichen lassen, ohne dass es zu den obigen „Nachwirkungen“ kommt.

Nicht nur die umfassende Beratung im Hinblick auf die erbrechtlichen Folgen und die Gestaltungsmöglichkeiten spricht für den Gang zum Notar, es gibt hier weitere Vorteile:

 

Der größte Vorteil des notariellen Testamentes ist aber sicherlich auch, dass der Notar sehr kostengünstigist. Ein notarielles Testament z. B. löst bei einem Vermögen von 50.000,00 € Notargebühren in Höhe von 157,08 € aus. Hinzu kommen noch geringe Gebühren für die amtliche Verwahrung. In diesen Kosten sind enthalten die notarielle Beratung, die Erstellung eines Entwurfs und weitere Beratung, sowie die Beurkundung und die Ausfertigung der Urkunde. Im Falle, dass der Erblasser kein notarielles Testament errichtet hätte, müsste der Erbe in einem solchen Fall einen Erbscheinsantrag stellen. Die Erstellung eines solchen Erbscheines bzw. Beantragung würde mind. mit 264,00 € zu Buche schlagen. Daher ist das notarielle Testament, das den Erbschein in aller Regel entbehrlich macht, ein Mittel, Kosten für den Nachlass zu sparen.

Tags: Erbrecht, Testament

Drucken